119. Kommt! seyd gefaßt zum Lammes-mahl

1 Kommt! seyd gefaßt zum Lammes-mahl,
Am geist geziert mit weissen röcken:
Wir sind im rothen meer der schuld nicht blieben stecken;
Dem Herrn, der unser Fürst, sey lob ohn alle zahl.

2 Sein leib der unsre seel ergötzt,
Gebraten an des cretzes stamme,
Das tosen-rothe blut von diesem osterlamme
Ist unsre seelen-kost, die uns in Gott versetzt.

3 Die durch gangs-nacht ist nun verbey,
Daß uns der würger nicht berlihret,
Mit sind vom Pharao befreyt, und ausgefuhret
Vom joche böser lust, und solcher tyranney.

4 So ist denn Christus unser fest,
Das lamm zum sclechten hingegeben:
Das ungesäurte brodt, zum unverfälschten leben,
Das ist sein opfer-fleisch, das er uns koste läßt.

5 O opfer aller ehren werth,
Dadurch der hUollenschloß zerbrochen!
Was sonst der satan band, kommt nun hervor gekrochen,
Und wird durch Christi tod zum leben umgekehrt.

6 Der Herr steht auf und läßt sein grab,
Er hat den abgrund überwunden,
Den mord-tyranne selbst und sine macht gebunden,
Und bricht von Edens thor die starken riegel ab.

7 Du ursprung dieser ganzen welt,
Erhör dis unser osterbetten,
Und rette, was dein sohn ihm selbst so theur erstritten,
Von dem was man für tod und slchen unfall hält.

8 Lob sey dir, herr, dem alles singt,
Der du vom tod ersthst ins leben,
Mit Vater und dem Geist, der uns mehr kraft kan geben,
Bis doß die ewigkeit den lauf der zeit verschlingt.

Text Information
First Line: Kommt! seyd gefaßt zum Lammes-mahl
Language: German
Publication Date: 1826
Topic: Von der Auferstehung Jesu Christi; Resurrection of Jesus Christ
Tune Information
(No tune information)



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